SV Neptun Herne 1923 e.V.

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Über das Schwimmen


Bericht aus der Praxis eines Übungsleiters


Schwimmen als Volkssport . . .




Die rasante Entwicklung einer Sportart vom Nullpunkt bis zu einer der beliebtesten Sportbeschäftigungen unserer Zeit spiegelt sich auch in der Geschichte unseres Vereins wider. Mit einem wöchentlichen unverbindlichen Training im Rhein-Herne-Kanal begann die sportliche Betätigung, mit dem Bau des Sommerbades und vor allem des Neptunbades wurden die Übungsstunden bereits zahlreicher, das Training geordneter.

Der Durchbruch von einer bloßen Schön-Wetter-Beschäftigung zur anerkannten Sportart gelang in Herne erst mit dem Bau von Hallenbad und Lehrschwimmbecken. Die Möglichkeiten des SVN wuchsen schlagartig, so dass heute mehr als 900 Kinder und Jugendliche in wöchentlich ca. 20 Übungsstunden von einer großen Anzahl speziell ausgebildeter Übungsleiter betreut werden können. Die Aufgaben, denen sich diese Betreuer gegenübersehen, sind sehr vielfältiger Natur. Ein Laie – und sicher wird der größte Teil der Leser noch nie in den Trainingsbetrieb näher „hineingeschnuppert“ haben – erkennt kaum die auftauchenden Schwierigkeiten, die sich insbesondere aus der Verschiedenartigkeit der Aufgabenbereiche ergeben.

Der 5jährige ängstliche Nichtschwimmer muss anders behandelt werden als der energiegeladene 10jährige, dieser bedarf wieder anderer Betreuung als der intensiv trainierende Wettkampfschwimmer. In allen Altersstufen erfährt das Schwimmen für die Aktiven eine andere Stellung in ihrem Leben, auf die der Übungsleiter im Aufbau des Trainings und im persönlichen Verhältnis zum Schwimmer Rücksicht nehmen muss, denn um die Freude aller Kinder bei der Begegnung mit dem Wasser zu erhalten, bedarf es mehr als bloßes Zur-Verfügung-Stellen eines Beckens. Ein kurzer Bericht soll die Arbeit der Übungsleiter im SVN veranschaulichen, gleichzeitig das umfangreiche Trainingsangebot anreißen und den Weg der unzähligen Sportler nachzeichnen, die heute vom Nichtschwimmer bis zum Wettkampfschwimmer gefördert werden.


Wasser ist nicht nur zum Waschen da

Die erste Begegnung mit dem Schwimmverein erfahren die meisten Kinder in einem der drei Lehrschwimmbecken. Hier sind insgesamt 7 Übungsleiter tätig, die sich die Nichtschwimmerausbildung zur Aufgabe gemacht haben, ein Unterfangen, das nicht selten Kopfschmerzen bereitet, aber meist nach teilweise bewundernswerter Geduld mit absoluter Zufriedenheit aller Seiten endet.

Hier ein Tipp für alle Eltern: Je jünger die Kinder sind, desto leichter werden sie sich an die ungewohnten Verhältnisse gewöhnen. 12jährige, die zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Wasser machen, legen eine gewisse Angst häufig auch später nie ganz ab. Angst - oder zumindest erschreckte Ratlosigkeit, das ist nicht selten die erste Reaktion von Anfängern. Flüssigkeit des Wassers, Wasserdruck oder Auftrieb sind oft völlig neue Erscheinungsformen für die Kleinen. Eine vorsichtige Gewöhnung an das nasse Element ist die Hauptaufgabe des Übungsleiters. Dieses geschieht meistens für die Kinder unbewusst, ohne dass sie dabei widerstrebende Gefühle empfinden, indem ihnen reizvolle Spiele, interessante Aufgaben (Wasserschlachten) und kleine Wettkämpfe gestellt werden. In ihrem Spieleifer werden sie nicht selten ihre ursprüngliche Angst vor dem nassen Element verdrängen. Noch eines erfahren die Kinder in den Spielen unbewusst, das Wasser setzt ihnen einen gewissen Widerstand und Auftrieb entgegen. Daran schließt sich der erste Tauchversuch an, dies bereitet den Kleinen die größten Freuden, aber auch teilweise Schwierigkeiten, da sie hier zum ersten Mal die bis dahin sie schützende Lufthülle verlassen und sich ganz dem nassen Element anvertrauen müssen. Diese Angst schwindet aber, sobald sie gelernt haben, auch unter der Wasseroberfläche die Augen offen zu lassen, um ihre Umgebung unter Wasser zu erkunden. Dies erreicht der Übungsleiter durch Einführung neuer Spiele, diesmal unter Wasser (Zahlen zeigen, Gesichter zeigen, Aufsammeln von Ringen).

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde bei allen Übungen die Luft angehalten, aber auch dieser Reflex muss überspielt werden. Die Anfänger blasen Löcher ins Wasser oder spielen „Sprudel“. Damit ist bereits der 1. Schritt in diese Richtung getan. Nun folgt der Sprung ins Wasser (Fußsprung), eine Mutprüfung, bei der die Neulinge unbewusst an Sicherheit im Wasser gewinnen. Bei all diesen Übungen hat sich der Auftrieb (bedingt durch das spezifische Gewicht des menschlichen Körpers) als hinderlich bemerkbar gemacht. Nun soll dieses Erlebnis den Kindern bewusst gemacht werden. Wir wollen uns dies zu Nutze machen, um möglichst dicht an der Wasseroberfläche zu bleiben. Durch Festhalten an der Überlaufrinne gelingt es recht gut, die Füße vom Boden zu lösen, und die Kinder erleben zum ersten Mal, dass sie im Wasser schweben. Wasser hat endgültig seine feindliche Stellung verloren und ist zu einem entdeckungswürdigen Element geworden. Der Zeitpunkt ist nun gekommen, da die Nichtschwimmer die erste Ausbildungsgruppe verlassen, um in der zweiten weitere Fortschritte zu machen.




Vom Planscher zum Gleiter



Hier wird vom Stand- auf Bewegungstraining umgestellt, das heißt, es werden Aufgaben verlangt, die in der Bewegung ausgeführt werden. Durch das Schweben am Beckenrand haben die Kinder festgestellt, dass es möglich ist, an der Wasseroberfläche zu bleiben, diese Fertigkeit wird weiter entwickelt, bis die Kleinen – entfernt vom Beckenrand – mehrere Meter an der Wasseroberfläche gleiten können. Ist dieses Gleiten gefestigt, so dass es fast automatisch vor sich geht, werden zum ersten Mal die einzelnen Schwimmbewegungen eingeübt, und zwar beginnen wir hier zweckmäßigerweise mit dem Beinschlag. Geübt werden die Beinschlagformen der vier Schwimmarten in einer Grobform. Sind z.B. durch Strampeln und Grätschen die ersten Grundbegriffe hierin vermittelt worden, werden die einzelnen Armbewegungen geprobt. Die Bewegungsabläufe werden in der Hocke- bzw. auch in der Schrittstellung oder schon im Gehen durchgeführt, damit auch der Anfänger das Gefühl erhält, durch seine Armbewegungen einen Vortrieb zu erhalten.

Durch ständiges Üben werden die einzelnen Bewegungen gefestigt und zur Gesamtlage koordiniert. Ist hierbei ein Grad der Festigung eingetreten, so dass der Gesamtablauf schon teilweise motorisch (unbewusst) ausgeführt wird, kommt eine weitere Schwierigkeit auf die Kleinen zu. Bisher wurden alle Übungen ohne Atmung und nur, solange der Luftvorrat reicht, ausgeführt. Um längere Strecken schwimmen zu können, ist man gezwungen, bei den einzelnen Schwimmbewegungen Luft ein- und auszuatmen. Wir müssen dabei wieder auf eine schon vorher geübte Form zurückgreifen und diese in den Gesamtbewegungsablauf einbauen, ohne dass darunter die Flüssigkeit der Bewegung über längere Strecken leidet.Haben die Kinder auch diese Hürde überwunden, gilt es nur noch, das Erlernte zu festigen. Damit verlassen die Kleinen das Lehrschwimmbecken. Ihr neues Betätigungsfeld wird das Hallenbad sein.



Es geht auch ohne festen Standpunkt



Hier trifft der sogenannte Halbschwimmer zum ersten Mal ein Becken an, in dem er größtenteils nicht mehr den sicheren Boden des Lehrschwimmbeckens unter seinen Füßen spürt. Aber auch die neuerlich auftretende Angst, diesmal vor der ungewohnten Tiefe, wird gemeistert. Vertrauen zum Übungsleiter, der Erfolg anderer Kameraden spornt an und hilft, auch diese Schwierigkeit zu überwinden. Mit dem Schwimmring, Brett oder der Angel ist die Sicherheit auch in der Tiefe bald wieder gewonnen. Die Arbeit geht weiter.

An erster Stelle steht das selbständige Hineinspringen ins Wasser und das Erlernen des Kopfsprungs, der dann perfektioniert wird bis zum Startsprung. Nach dem Hinein ins Wasser, beginnt man die Schwimmlage weiter zu festigen und zu vervollkommnen. Die Ausdauer steht im Vordergrund der Bemühungen. Krönender Abschluß in dieser Gruppe ist das Freischwimmerabzeichen, ein sichtbarer Erfolgsbeweis der zahlreichen Bemühungen.

Hin und her . . .


Nun beginnt langsam das methodische Training, hier wird zum ersten Mal im Kettenschwimmen mehr als eine Bahn zurückgelegt, wobei noch besonderer Wert auf das Stiltraining gelegt wird. Also werden Arm- und Beinbewegung einzeln geübt und über mehrere Bahnen geschwommen. Eine der wichtigsten Teilübungen ist jeweils das Ausatmen ins Wasser während des Bewegungsablaufes. Erste Erfahrungen mit dem Wettkampfstil werden gesammelt. Da die Fortgeschrittenen jetzt mehrere Bahnen hintereinander schwimmen, vermittelt der Übungsleiter natürlich auch die Grundbegriffe darüber, wie man sich am zweckmäßigsten an der Wand dreht, um wieder in die neue Schwimmrichtung zu gelangen.

Aus dieser Gruppe schälen sich die Kinder heraus, die dem Training besonders viel Interesse entgegenbringen und auch körperliche Anstrengungen auf sich nehmen wollen. Diese werden dann in der Talentgruppe zusammengefasst.

Auf dem Weg zur Spitze



Für diese Gruppe von 10- bis 12jährigen, die bereits mindestens zweimal wöchentlich trainieren, gibt es bereits ein festes Ziel: Wettkampfsport. Entsprechend dieser Zielsetzung ist das Training aufgebaut. Neben den bisher praktizierten methodischen Lagenverbesserungen richtet sich nun die Aufmerksamkeit mehr auf das Schnelligkeitstraining. Wie bei den „Großen“ wird daher bereits teilweise nach der Intervall-Methode trainiert, einer Methode, die heutzutage im schwimmerischen Leistungssport unumstritten die einzige erfolgversprechende Trainingsform ist.

Was bedeutet „Intervall“ überhaupt? Sicher haben manche Leser den Begriff schon gehört, aber was bedeutet er? Nun, der Schwimmer legt nicht eine lange Strecke wie im Stiltraining ununterbrochen zurück, sondern schwimmt eine bestimmte Anzahl von bestimmten Spurts, zwischen denen jeweils eine ganz bestimmte Erholungszeit, eine Pause oder Intervall, liegt. Bei dieser Trainingsform werden die einzelnen Spurts mit wesentlich höherer Intensität geschwommen als beim Streckenschwimmen, zudem haben Trainer und Schwimmer den unschätzbaren Vorteil der ständigen Leistungskontrolle durch die Stoppuhr.

Dieses Training fordert die ersten Anstrengungen, bringt den Kleinen aber auch neben dem Trainingsspaß erstmalig neue Erlebnisse. Vereins-, Stadtmeisterschaften, Clubkämpfe, kleine Reisen, die gesamte Wettkampfatmosphäre bringt neue Reize. Die ersten Erfolge stellen sich ein, und zu Hause werden die Urkunden bereits gestapelt.



Jetzt wird’s „Ernst“.



Der Sprung in die Wettkampfmannschaft vollzieht sich häufig recht schnell. Wenn heute 14jährige bereits Weltrekorde schwimmen, ist das der beste Beweis dafür, dass schon die Jüngsten aufgrund ihres besonders günstigen spezifischen Gewichts im Schwimmsport hervorragende Leistungen erzielen können. Vorraussetzung hierfür ist ein gesteigertes Training. Hier gibt es allerdings gewisse Grenzen, die nicht überschritten werden können. Zunächst steht dem Verein nicht genügend Raum und Zeit zur Verfügung, um ein allerhöchsten Ansprüchen genügendes Training aufziehen zu können, und zweitens können vor allem jüngere Schwimmer auf ihre Freizeit nicht verzichten.

Der SVN bemüht sich selbst, mit zahlreichen Veranstaltungen seinen Mitgliedern mehr zu bieten als eine bloße Trainingsgemeinschaft, die ehrliche Freude
aller im SVN im Sport und in der Gemeinschaft steht im Vordergrund sämtlicher Überlegungen. So auch bei der Entwicklung des jährlichen Trainingsplanes für die Wettkampfmannschaft. Am Anfang dieser Planungen steht das Gespräch mit dem Schwimmer, um sich gemeinsam am Ende der Wettkampfperiode über sein derzeitiges Leistungsvermögen und seine Mängel ein Bild zu machen.

Neben der individuellen Betreuung ist vor allem die terminliche Gestaltung der bedeutendsten Wettkämpfe für den Trainingsplan maßgebend, wobei wir uns besonders nach den Bezirks- bzw. Stadtmeisterschaften richten. Der Trainingsaufbau wird im Allgemeinen in vier Abschnitte eingeteilt:

1. Übergangsperiode,
2. Vorbereitungsperiode,
3. Vorwettkampfperiode,
4. Wettkampfperiode.



Übergangsperiode




In dieser Phase des Jahres soll sich der Schwimmer nach einer harten Trainings- und Wettkampfsaison entspannen. Großer Wert wird auf eine nervliche Erholung gelegt, die Muskelarbeit jedoch geht bei einer leichten Belastung weiter. Völlige Passivität würde hier die Leistungskraft zu stark zurückwerfen. Der Schwerpunkt liegt in der vielseitigen sportlichen Betätigung. Waldläufe, Tischtennis, Ballspiele, Krafttraining und Gymnastik stehen dann auf dem Programm. Aber auch technische Unterweisungen an Hand von Filmen und anderem Lehrstoff bringen interessante Abwechslung in das Training.



Vorbereitungsperiode



Die Vorbereitungsperiode ist durch vielseitige und umfassende Auswahl von Übungen an Land und im Wasser gekennzeichnet, die die Aufgabe haben, die technischen Fertigkeiten und die körperlichen Grundlagen zu verbessern. In diesem Zeitraum fallen allgemeine und Zweckgymnastik, Kraftzuwachs- und Kraftausdauertraining sowie die Arbeit an Start- und Wendenverbesserung. Hanteln und Gummileinen sorgen dafür, dass die wettkampfarme Zeit abwechslungsreich überbrückt wird.



Vorwettkampfperiode




Dieser Trainingsabschnitt wird nochmals in zwei Teile zerlegt. Im ersten Teil steht noch die allgemeine körperliche Ausbildung, Verbesserung von technischen Mängeln, teilweise Gymnastik und häufiges Streckenschwimmen in allen vier Lagen auf dem Programm. Im zweiten Teil rückt die spezielle Leistungsfähigkeit in den Vordergrund. Dabei werden im Vergleich zum ersten Abschnitt die Trainingsmittel spezieller, die Belastung und die Intensität des Trainings werden bis zum Optimum gesteigert (z.B. werden die Pausen im Intervalltraining auf das niedrigste Maß gekürzt).



Wettkampfperiode




Nun soll der Schwimmer seine beste Form erlangen, behalten und in Wettkämpfen unter Beweis stellen. Bevorzugtes Trainingsmittel ist die Arbeit an der Schnelligkeit, z. T. Wettkämpfe oder wettkampfähnliche Belastung. Kurze intensive Spurts bestimmen das Training. Am Tag des Wettkampfs, vor dem Start ist dann der Schwimmer auf sich allein gestellt, jetzt zeigt es sich, ob ein Trainer seinem Schwimmer genügend Rüstzeug mitgegeben hat, damit er sich in dieser Probe bewähren kann.

Diese vier Abschnitte vermitteln auch dem Nichtexperten eine Vorstellung, wie wir versuchen, durch Mischung der Trainingsmethoden und Mittel in den verschiedenen Perioden sowohl körperliche Leistungsfähigkeit des einzelnen zu erzielen als auch über das ganze Jahr eine interessante, abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung zu bieten. Hier ein typischer Trainingstag des SV Neptun in der Vorwettkampfzeit (Trainingszeit ca. 90 min.):

400 m beliebige Lage

400 m Armzug

8 x 50 m Armzug mit 60 sec. Ruheintervall (Ri)

400 m Beinschlag

8 x 50 m Beinschlag mit 60 sec. Ri

400 m ganze Lage

8 x 50 m ganze Lage mit 60 sec. Ri



Dieses Programm kann in allen vier Lagen geschwommen werden.



Wilhelm Erdmann


Vereinsorganisation






Der Master-Wettkampfsport im SV Neptun




Seit 1901 gibt es in Deutschland den Senioren-Wettkampfsport. Aufzeichnungen, die das Altherrenschwimmen und Springen belegen, sind noch aus den Jahren 1901 – 1904 vorhanden. So war anlässlich eines Wettkampfes des Königsberger SC der Wettbewerb „Schwimmen für korpulente Herren über 50 m mit dem Mindestgewicht von 175 Pfund“ ausgeschrieben. Wettkämpfe für Frauen gibt es allerdings erst seit 1937.

Auch der SVN hat seit gut zwanzig Jahren neben einer guten Wettkampfmannschaft auch eine sehr erfolgreiche Senioren-Wettkampf-Mannschaft, die regelmäßig an den Deutschen-Master-Meisterschaften teilnimmt. Einige unserer Master-Senioren fuhren sogar zu den Europa-Meisterschaften nach Prag und zu den Weltmeisterschaften nach Casablanca.

Die Motive, sich sportlich und wettkampfmäßig zu betätigen, sind früher wie heute die gleichen. Man wollte und will in der Sportart weitermachen, die einem in der Jugend großen Spaß gemacht hat. Wir haben auch nicht den Ehrgeiz vergessen der bei uns Menschen mehr oder weniger ausgeprägt ist. Das Gefühl auf dem Treppchen zu stehen und zu zeigen, was noch in einem steckt. Dieses Gefühl macht auch vor dem Alter nicht halt. Werner Rasch, ein Urgestein des SVN, heute 85 Jahre jung, war schon 1932 Westdeutscher-Meister über 100 m Kraul in 1:09,00 und wurde 1994 noch einmal Deutscher-Masters in Dortmund über 50 m Rücken in der Altersklasse 80 und älter. Ab dem 20. Lebensjahr darf man bei den Senioren-Masters starten. Jetzt gehen dem Schwimmsport nicht mehr, wie in den früheren Jahren, die Schwimmer dieser Altersgruppe verloren.

Sie sind gut, unsere Masters!

Trainingsmöglichkeiten sind reichlich vorhanden. Viele trainieren sogar zeitweise in der Wettkampfmannschaft mit, um sich richtig in Form zu bringen. Im Herner Stadtbad fanden 1996 die Vorkämpfe für die ersten Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren statt, an denen der SVN mit einer Mannschaft erfolgreich teilnahmen. Die Veranstaltung wurde vom SVN ausgerichtet und zur Zufriedenheit aller durchgeführt. Im Jubiläumsjahr 1998 werden die Bezirksmeisterschaften der Senioren am 3. Oktober im Herner Stadtbad stattfinden und erneut ist der SVN der Ausrichter.



Karin Bevtz



Senioren im SV Neptun Herne e.V. 1923

 

Sport gilt zum Teil noch heute als Privileg der Jugend und es verwundert daher nicht, dass ältere Menschen im Vereinssport deutlich unterrepräsentiert sind. Andererseits steigt in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Bedeutung des Sports gerade im Hinblick auf ältere Menschen. Die neuesten medizinischen Untersuchungen beweisen, dass gerade der Sport in erheblichem Maße zu einer Verbesserung der Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe beitragen kann.

Ausschlaggebend für die Wahl der Sportart sind Förderung der Gesundheit , Wohlbefinden und Geselligkeit im Kreise von Gleichgesinnten. Regelmäßige körperliche und sportliche Betätigung führen zu Funktionsverbesserungen von Herz, Kreislauf, Lunge und des aktiven und passiven Bewegungsapparates (Muskeln, Bänder, Gelenke, Knochen). Eine vielseitige Verbesserung der körperlichen Fitness durch regelmäßiges Üben kommt auch den verschiedenen Tätigkeiten im Alltag zu gute.

So benötigen wir z.B. Kraft für das Tragen von Einkaufstaschen, Ausdauer zum Treppensteigen und Beweglichkeit beim An- und Auskleiden. Gerade der SVN bietet für alle Senioren ein abwechslungsreiches Programm in seinen Vereinsstunden vom Gesundheitsschwimmen und Wassergymnastik, bis hin zum Wettkampfschwimmen.

Eine breite Palette von Möglichkeiten an Sport, Spiel und Bewegung in der Gemeinschaft vermitteln Freude und Lebensmut. Schon seit Jahren bemüht sich der SVN intensiv um Integration von ausländischen Mitbürgern in unserem Verein. Dass der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kommt, dafür sorgen Ausflüge, Karnevals- und Nikolausfeiern, Weihnachtsessen, Fahrradtouren und andere gesellschaftliche Veranstaltungen im Verein.

Und hier noch einige Argumente, warum man sich dem SVN anschließen sollte: Sport hilft gegen Einsamkeit! Sport fördert Selbständigkeit und Verantwortungsgefühl! Sport sorgt für Wohlbefinden und Ausgeglichenheit, Sport verlangt Kooperation!



Das Motto für diesen Lebensabschnitt lautet: „Je oller, je doller“!




Wilhelm Erdmann



Die Jugendleitung

 

Eine ungewöhnliche Anreise hatte die Wettkampfmannschaft des SV Neptun Herne zum 15. Waltroper Schwimmfest. Die Jugendleitung hatte den Wettkampf als Anlass genommen, eine Fahrradtour mit den Jungschwimmern zu unternehmen. So strampelten sich die Kinder schon vor Beginn der Veranstaltung warm. Auch eine Übernachtung in Zelten und ein Grillabend standen auf dem Programm, was natürlich bei allen Beteiligten für eine tolle Stimmung sorgte und wesentlich zu den guten Leistungen der Schwimmerinnen und Schwimmer beitrug.

Dieses ist nur eine der vielen Aktivitäten der Jugendabteilung des SV Neptun Herne. Die Jugendabteilung plant in Zusammenarbeit mit den Schwimmerinnen, Schwimmern, Trainern und den Eltern die Aktivitäten des laufenden Jahres. Die einzelnen Höhepunkte des Jahres sind mit Sicherheit die Karnevalsfeier, die Wochenendfahrt mit Fahrrad, Trainingslager und zum Jahresende die KuZ-Fete. Diese und andere Aktivitäten tragen dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen neben dem Training und Wettkampfschwimmen viel Spaß in unserem SV Neptun haben.





Jörg Armbruster


Die Nachwuchsarbeit im SV Neptun



Die erste Begegnung zwischen unserem Schwimmverein und den Kindern findet meistens in einem der drei Herner Lehrschwimmbecken statt. Hier werden die Grundlagen für die schwimmerische Zukunft gelegt und Talente gesichtet. Anschließend sammeln die Kinder im Herner Hallenbad die ersten wettkampfsvorbereitenden Erfahrungen auf einer 25 m Bahn. Auf Grund der sehr persönlichen Betreuung durch erfahrene Übungsleiter und ihre Helfer lernen die Kinder schnell, sich in ihrem neuen Umfeld wohl zu fühlen.

Von nun an haben sie die Möglichkeit, ihr schwimmerisches Talent von Gruppe zu Gruppe zu verbessern und die Trainingszeiten zu steigern Übungsleiter wie Karin Bevtz, Sigrid Grob, Friedhelm Stak, Hans H. Hankel um nur einige zu nennen sind selbst erfahrene Schwimmer und führen seit Jahrzehnten diese Arbeit durch. Sie tragen erheblich zur Förderung der Nachwuchsarbeit des SV Neptun bei und sind eine Gewähr, dass hier gute Arbeit geleistet wird. Mit unendlicher Geduld und sehr viel Einfühlungsvermögen lernen die kleinen Schwimmer die Angst vor dem ersten Kopfsprung, der ersten Rollwende zu überwinden.

Auch der erste Wettkampf ist für die Kids ein sehr aufregendes Erlebnis und die Angst ist groß. Auch hier sind die Übungsleiter stets an ihrer Seite und führen die Kinder zu ihren ersten Erfolgen. Auf Wettkämpfen, in Einzel- oder Staffelwettbewerben können die Kleinen ihre im Training erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Kraft und Befriedigung für ihre Arbeit erfahren unsere Übungsleiter immer dann, wenn ein Kind mit strahlenden Augen vor ihnen steht und für seine neue persönliche Bestzeit gelobt wird oder sogar stolz eine Medaille vorzeigt.

Durch das langsame Heranführen der Kinder an den Leistungssport ist es, trotz aller trainingsintensiven Übungsstunden möglich, ihnen den Spaß am Schwimmsport zu erhalten. Neben dem eigentlichen Training sorgen viele Aktivitäten dafür, dass die Kameradschaft innerhalb der Gruppe gefördert wird. Der Sprung von der Nachwuchs- in die Wettkampfmannschaft erfolgt häufig sehr schnell und stellt an die Kinder und ihre Betreuer hohe Anforderungen.

Dass unsere Übungsleiter immer auf dem neuesten Stand sind, dafür sorgen die vorgeschriebenen Weiterbildungskurse des Westdeutschen Schwimmverbandes. Dort erfahren sie die neuesten Trainingsformen und pädagogischen Erkenntnisse im Umgang mit Kindern die ihnen helfen, auf die Bedürfnisse des Einzelnen und die der Gruppe einzugehen.


Karin Bevtz/Wilhelm Erdmann  


Nichtschwimmerausbildung beim SV Neptun Herne 1923 e.V.

 

Die Ausbildung von Nichtschwimmern, ab dem 4. Lebensjahr, ist seit Bestehen des SV Neptun eine der Hauptaufgaben des Vereins. Im eiskalten Wasser des alten Neptunbades wurden schon die ersten Nichtschwimmer zu Schwimmern ausgebildet. Seit 1975 führt der SV Neptun seine Nichtschwimmerausbildung nur noch in Kursform durch und hat damit die Ausbildungsqualität deutlich steigern können.

In kleinen Gruppen werden die Kinder je nach Leistungsstand zusammengefasst und in spielerische Form an das nasse Element herangeführt. Viele tausend Kinder lernten während dieser Zeit in den Lehrschwimmbecken das Schwimmen unter der Leitung erfahrener Übungsleiter wie Hans Hermann Hankel, Edmund Hofer, Tim Ontrup um nur einige zu nennen.

Die halbjährlichen Nichtschwimmerkurse des SV Neptun Herne für Kinder ab 4 Jahren beginnen jedes Jahr im Februar oder direkt nach den Sommerferien in den Herner Lehrschwimmbecken. Unter Anleitung examinierter Übungsleiter werden die Kinder in folgenden Lehrschwimmbecken ausgebildet:

Zeiten siehe: Lehrschwimmbecken

Anmeldungen werden in den Lehrschwimmbecken jeweils 15 Minuten
vor Beginn der Übungsstunde entgegengenommen.

                                                                                                                                                                       



SVN                           UND SCHWIMMEN MACHT SPASS!!!



Die Wettkampfmannschaft „Jetzt wird’s ernst“


„Jetzt wird’s ernst!“ Wer von uns hat diesen Spruch nicht schon oft in seinem Leben zu hören bekommen. Für die Schwimmer des SV Neptun beginnt er aber nicht mit dem Wechsel von der Nachwuchs- in die Wettkampfmannschaft. Von nun an stürzt viel Neues auf die Kinder ein: ein anderer Trainer, andere Trainingszeiten, ein anderes Trainingsprogramm, andere Kameraden und manchmal herrscht auch eine andere Tonart.

Die ersten Wochen sind für alle nicht einfach. Die alten Bestzeiten rücken in weite Ferne, man trainiert und wird trotzdem nicht besser, die ersten Zweifel tauchen auf, aber „aller Anfang ist schwer“. Die Umstellung auf das neue Trainingsprogramm und die neue Umgebung braucht einfach seine Zeit. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt die erwünschte Leistungssteigerung von ganz allein. Diese Erfahrung haben schon viele Schwimmer gemacht und hat sie nicht nur zu großartigen Schwimmern, sondern auch zu großen Persönlichkeiten gemacht.

Einige dieser Schwimmer sind noch heute aktiv und arbeiten in wichtigen Positionen des SVN. Das Ziel des Trainings ist, dass die Schwimmer zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Jahr ihre Höchstform erreichen. Das Training gliedert sich dadurch in vier Phasen.

Es beginnt mit der Vorbereitungsphase. Dieser Abschnitt umfasst eine große Auswahl von Übungen an Land und im Wasser wie z.B. Gymnastik, Krafttraining mit Hanteln  und Zugseilen, sowie die technische Verbesserung der einzelnen Schwimmlagen, der Starts und Wenden.

Im zweiten Trainingsabschnitt, der Vorwettkampfperiode, stehen dann spezielle Gymnastik- und Krafttrainingsübungen auf dem Programm. Die Schwimmer sollen sich auf ihre „Lagen“ spezialisieren, die Intensität der Trainingseinheiten wird gesteigert. „Doch dann geht’s erst richtig los“.

In der Wettkampfperiode soll der Schwimmer seine beste Form erlangen. In diesem Zeitraum wird insbesondere mit Intervalltraining die Schnelligkeit gesteigert. Jetzt ist die Höchstform für die wichtigen Wettkämpfe des Jahres erreicht.

In der letzten Phase, der sogenannten Übergangsperiode, soll der Schwimmer sich von der Wettkampfsaison erholen und entspannen. Ein leichtes Muskeltraining wird allerdings auch weiterhin durchgeführt. Vielseitige sportliche Betätigung, wie Waldläufe, Ballspiele, Gymnastik oder einfach mal etwas ganz anderes unternehmen und nicht mehr nur an Schwimmen und Wettkämpfe denken, tragen zur Entspannung bei.

Durch die oben beschriebene Trainingsmethode hat der SVN in den letzten zwanzig Jahren eine Vielzahl von guten Nachwuchs- und Wettkampfschwimmern herausgebracht auf die wir mit Stolz zurückschauen können. Obwohl sich für den Neuling sicherlich viel verändert, bleibt doch das Wichtigste „beim Alten“: Spaß am Schwimmen und gute Kameradschaft sind auch hier gewährleistet, denn „im Verein ist das Schwimmen am schönsten“.

Wilhelm Erdmann  

 

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